Wie erwartet, war die totale Sonnenfinsternis auf Mallorca ein aufregendes Erlebnis. Wir erlebten sie hier in Santanyí gemeinsam mit Jutta auf deren Terrasse mit freiem Blick über die Dächer unerses Dorfes hinweg zum Schauspiel am Himmel.
Ich hatte dir ja schon in August oder Frau Sonnes Finsternis geschrieben, dass wir auf unserer eigenen Dachterrasse das Haus gegenüber zwischen uns und dem astronomischen Jahresphänomen zu erwarten hatten. Die Alternative, zu Freunden auf deren Finca zu fahren, zerschlug sich mit den Ankündigungen offizieller Stellen in Ses Salines, die Strasse zum Leuchtturm für nicht-Residenten zu sperren. Ingrid hatte noch ein coole Idee, von der wir aber nicht genau wussten, was uns erwarten würde.
Und dann ganz zufällig kam Jutta daher und lud uns freundlicherweise ein, zusammen mit ihr in den Himmel zu blicken.
Gemeinsam vor Ort & virtuell
Ausgerüstet mit den ISO-zertifizierten Brillen von unserer Nachbarin und Optikerin Montse zum Schutz der Augen sowie Stativ und Kamera richteten wir uns auf Juttas Terrasse ein. Wir erblickten eine kleine Gruppe, die auf der Dachterrasse des Can Timoner das Ereignis feierte. Nach und nach gesellten sich auch andere Menschen in der Nachbarschaft auf ihre Dächer, um das Phänomen nicht zu verpassen.
Jutta und auch ich machten einige Fotos mit den iPhones, um unsere Netzwerke an unserem Spass teilhaben zu lassen. Christopher schrieb zurück, dass er im Fernsehen den Blick auf Mallorca gerichtet hat. Im Kommentar zu meinem Blogbeitrag hatte ich ja auch notiert, dass ZDF-Wissenschaftler Harald Lesch eine Sondersendung mit Livestream von der Insel gab. Mit meiner Schwester und Nichte erinnerten wir uns daran, wie wir 1999 gemeinsam die totale Sonnenfinsternis in München erlebten. Aus München erzählten Freunde, wie sie das Phänomen gerade erleben.
Fotos der Sonnenfinsternis 2026
Es ist schon irre, wie viel Licht wir von der Sonne bekommen! Selbst als er Mond schon deutlichst das Glühen von Frau Sonne verdeckte, war es kaum dunkel. Die Farben verloren an Leuchtkraft, das ja. Erst als unser Trabant perfekt zwischen Erde und Sonne stand, wurde es merkwürdig dunkel mit grauen Schlieren am Horizont Richtung Süden.
Zu unseren freudigen Amateurfotos gibt es hinten im Video die coolen Fotos, die Rainer mit Profikamera und Filter gemacht hat. Im Titel siehst du eines davon.
Schau dir bei einem der Fotos aus dem Smartphone dieses spannende Detail an: Die Sonne wird vom Chip der Kamera im Foto als kaum verdeckt angezeigt. Nur weiter unten zeigt ganz zart eine Spiegelung, wie es um die wahren Verhältnisse am Himmel stand.
Ich fand diese Phase, in der die Sonne wie ein riesiges Auge am Himmel wirkt, absolut faszinierend. Und auch das Bild, als sie unterging, das ging mir unter die Haut. Es erinnerte mich an Blicke zum Horizont aus Science Fiction-Filmen. Wow.
Was war der rote Punkt?
In den Aufnahmen von Rainer siehst du links einen roten Punkt in der Corona der Sonne. Wir konnten uns keinen Reim drauf machen und dachten, es ist ein Artekakt der optischen Linsen. Bei Harald Lesch im Livestream habe ich dazu an der Stelle auch nur erstauntes Beobachten gesehen.
Ich habe also meine Kollegin KI von Perplexity gefragt, was wir da sehen. Das ist ihre ausführliche Antwort:
Was ihr gesehen habt: eine Protuberanz
Während der Totalitätsphase (auf Mallorca ca. 20:31–20:33 Uhr, etwa 1 Minute 36 Sekunden lang) ist die helle Photosphäre der Sonne komplett vom Mond verdeckt. Dann werden Strukturen sichtbar, die sonst im gleißenden Licht untergehen:
- Die Sonnenkorona (weißlich-silbriger Strahlenkranz)
- Protuberanzen: rot leuchtende Plasmastrukturen am Sonnenrand, verursacht durch Wasserstoff-Emission (H-Alpha-Linie)
Genau diese roten Protuberanzen erscheinen als punktförmige oder bogenförmige rote „Flecken“ seitlich an der schwarzen Mondscheibe – das passt exakt zu eurer Beschreibung.
Warum rot?
Protuberanzen leuchten rot, weil sie hauptsächlich von ionisiertem Wasserstoff emittiert werden, dessen charakteristische Spektrallinie im roten Bereich liegt. Während der Totalität ist das sonst überstrahlende weiße Sonnenlicht weg, sodass diese schwächeren, farbigen Strukturen sichtbar werden.
Kurz gesagt
Der rote Punkt war keine optische Täuschung und kein separates Objekt, sondern eine echte solare Struktur: eine Protuberanz am Sonnenrand, die nur während der kurzen Totalitätsphase von Mallorca aus sichtbar war.
Wieder ein Kilo schlauer!
Vielen Dank an Jutta, dass sie uns so freundlich aufgenommen hat.
Ich hoffe, du hattest auch einen schönen Abend?
Kommentiere gerne, wie du das Phänomen erlebt hast.
Illustration: DoSchu mit Canva.com und Foto von Rainer Schuppe • Video mit Fotos von DoSchu, Jutta und Rainer • Im Text ein gekennzeichnetes Zitat von Perplexity-KI

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