Zikade vs Katze: Beatboxing im Sommer

Der Kater stürmt zur Tür herein, springt merkwürdig herum und rennt wieder raus. Dabei hören wir einen Sound, der so gar nicht nach einer oder gar unserer Katze klingt …

Es ist Sommer, es ist heiß. Auch abends sind die Temperaturen hoch, sodaß der im Süden bekannte Gesang der Zikaden ertönt. Plötzlich wurde unser Zuhause zur Bühne eines surrealen Konzerts!

Als Mallorca-Bloggerin erlebe ich ja so einiges, das hier war eine Premiere. Ich wurde aus meinem Buch von einem Geräusch gerissen. Von einem rhythmischen, mechanisch klingenden Beat, der aus der Wohnküche herüber drang.

Das mussten wir uns ansehen und standen schließlich vor Mando, unserem Kater. Auch ‚Mandolito Cappucino‘ genannt, da das niedliche helle Tigerchen im Laufe seines ersten Lebensjahres immer mehr kaffeefarbene Zeichnungen in sein milchcremefarbenes Grundfell bekam.

Mando sprang also wie in Panik umher, so wie wir es noch nie zuvor von ihm sahen. Dann stürmte er durch die Terrassentür nach draußen. Wir hinterher! Was war nur los mit dem Kleinen? Hatte ihn eine Wespe gestochen?

Auf der romantisch beleuchteten Terrasse beobachten wir, wie Mando weiter merkwürdig auf- und ab hüpfte, bevor er kreuz und quer über die Terrasse rannte. Dann hörten wir auch wieder das Geräusch – ein lautes, metallisches Surren. Es klang, als hätte ein winziger Roboter mit einem kaputten Propeller die Kontrolle über unseren Kater übernommen.

What?!

Dann rannte Mando endlich auf uns zu und blieb zum Glück endlich einmal im Lichtkegel der Terrassenbeleichtung stehen. Für einen kurzen Moment sah ich einen langen Flügel aus seinem Maul ragen und wußte gleich: Das ist eine Zikade!

Unser kleiner Jäger, der sich so sicher unendlich stolz fühlte, nach Fliegen und kleinen Geckos so eine riesige Beute gefangen zu haben, hatte die Rechnung ohne das Insekt gemacht. Denn die Zikade wehrte sich mit dem, was sie am besten konnte: ihrem lauten Gesang, erzeugt durch die beiden Membranen an ihrem Hinterleib. Und so wurde unser Kater unfreiwillig zur Beatbox, während die Zikade in seinem Maul versuchte, sich freizusingen.

Der Beat wurde nur unterbrochen, als Gato panisch umhersprang und die Zikade mit aller Kraft surrte, bis er sie schließlich fallen ließ. Ein ungewöhnliches Konzert, das die beiden in dieser warmen Sommernacht für uns beiden darboten.

Beim ersten Mal waren wir so darauf fokussiert, die Notlage des Katers zu erkennen, dass wir nicht an ein Foto oder Video dachten. Ein paar Tage später wiederholte sich das Szenario, und dieses Mal gab es einen kurzen Videobeweis.

Mando vs. Cicada https://youtu.be/upeoBAZ0_bo

Da Mando beim zweiten Mal gelernt hatte, war das Rumspringen nur von kurzer Zeit. Aber einen kleinen Eindruck vermittelt euch das Video. Leider hat es das Insekt auch dieses Mal nicht überlebt. Das macht mich schon ein bisschen traurig.

Fun Fact: Der Muskel, der im Hinterleib der Singzikade die Membranen bewegt, wird ‚Schallplattenmuskel‘ genannt.


Fotos / Videos: DoSchu, Patio-Bild Mando: Rainer Schuppe; Titelbild mit Foto von Rainer Schuppe und Canva.Com gestaltet

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