„Die Mallorquiner“: Blick in den Alltag auf Mallorca

Wie ist denn das Leben auf Mallorca? Das werden wir oft gefragt. Manche meinen dabei gar nicht uns, sondern diejenigen, die hier geboren und deren Familien lange schon ihre Wurzeln auf der Insel haben. Als Zugezogene habe ich da nur einen kleinen Einblick, das ist ja ganz normal. Wie schön, dass nun seit zwei Jahren regelmäßig Video-Portraits erscheinen, für die Bewohnerinnen und Bewohner der Insel von der Journalistin Sibylle Thiessen zum Interview besucht werden.


Klar, dass mir als Katzenmama dieser Beitrag im MallorcaMagazin auffiel: Die sympathische Tierärztin Miquela Cintes aus Porreres erzählt aus ihrem Alltag, Berufsleben und ihr Engagement im Tierschutz. Darin erklärt sie auch, ein Phänomen der Katzenkolonien, die hier auf der Insel eingetragen sind, damit dort Tiere gefüttert werden dürfen.

Denn obwohl diejenigen, die sich um die Kolonien jeweils kümmern, die verpflegten Katzen sterilisieren lassen, werden es immer mehr. Miquela Cintes weiß den Grund: Andere kümmern sich nicht darum und setzen dann einfach ihre (kleinen) Katzen in der Nähe der Kolonien aus.

Wer Katzen frei laufen lässt, hat in Spanien inzwischen die gesetzliche Verpflichtung, die Tiere mit sechs Monaten kastrieren oder sterilisieren zu lassen. Ebenso ist es Pflicht, der Katze einen Mikrochip zur Wiedererkennung unter die Haut einsetzen zu lassen.

Grosses DANKE an dieser Stelle an all die Ehrenamtlichen, die sich in den Katzenkolonien um die Tiere kümmern!

Du kannst zum Beispiel den Verein Amics Roc i Bet von Miquela Cintes unterstützen https://www.instagram.com/amicsrocibet/ oder andere Menschen und Vereine, von denen ihr erfahrt.

Urban Art im Grossformat

Ich habe mich ein bisschen festgeguckt in dem Kanal. Und freute mich über das Videointerview mit Joan Aguiló aus Palma, dessen beeindruckenden Wandbilder ich immer wieder auf der Insel entdeckte.

Urban Art ist für mich die Kunstform, die die Stadt zur Bühne macht: Graffiti, gebäudehohe Murals und Installationen, die plötzlich an Wänden, Türen oder Brücken auftauchen und den Alltag farbig unterbrechen. Seit meiner Jugend fasziniert mich, wie diese Werke Geschichten, Haltungen und Stimmungen direkt für alle sichtbar im Straßenraum erzählen. In München fotografierte ich oft die Werke in einer dafür freigegebenen Einsenbahnunterführung – denn morgen schon konnte jemand anderes darüber mit anderen Farben und Mustern aktiv werden.

Der Mallorquiner Joan Aguiló malte bereits länger auf Leinwand, als er in Berlin mit Urban Art erstmalig in Kontakt kam. Im Video sehen wir die ‚East Side Gallery‘ mit ihren beeindruckenden Werke an einem Stück der Mauer, die lange Zeit die Stadt trennte. Aguiló begeisterte besonders die gemeinsame Arbeit an einem Kunstwerk. Zurück auf der Insel übersetzte er seine Impressionen in Werke, die die lokale Lebensart und das alltägliche Leben auf Mallorca widerspiegeln.

Seit 2016 organisiert er jährlich das ‚Saladina Fest‘ in Can Picafort. Dieses Jahr werden dort wieder internationale Urban Artists vom 29. Mai bis 7. Juni 2026 ihre Kunstform in der Öffentlichkeit ausleben. (siehe Instagram Profil SaladinaFest Instagram Profil SaladinaFest sowie Website Website saladinafest.com).

Seegras in den Fokus gerückt

Viele schwärmen vom klaren Wasser in den Buchten rund um Mallorca. Wie wichtig dafür die Seegraswiesen vor den Küsten sind, wissen die wenigsten. Und nehmen dann auch beispielsweise beim Ankern eines gemieteten Bötchens keine Rücksicht darauf. Mir gefällt, dass genau dieses Thema im Interview mit Marcial Bardolet Richter aufgegriffen wird. Er ist einer der Seegras-Inspektoren der Insel und erklärt, wie wichtig der Schutz der Seegraswiesen ist und welchen Beitrag ‚Posidonia‘ für die Klarheit des Wassers und für das Klima insgesamt leistet.

Der Film nimmt uns mit an Marcials Arbeitsplatz auf dem Meer und sollte Pflichtvideo für alle werden, die nur für ein paar Stunden ein Boot mieten. Denn Freizeitkapitäne machen sich meist keine Gedanken über Posidonia beim Ankern. Dabei zerstören sie die Natur unter Wasser, die sich nur sehr langsam regeneriert – gerade mal 4 cm wächst Seegras pro Jahr. Eine zerstörte Fläche von 100 Quadratmetern brauche bis zu 200 Jahre bis sich das System wieder aufgebaut hat, rechnet Marcial vor.

Tafel im Paradies

Genauso möchte ich auf den Film mit Catalina Aguiló Picó hinweisen. Einige Jahre habe ich hier in Santanyí ehrenamtlich an der Tafel von ‚Hope Mallorca‘ mitgewirkt, daher hat mich der Bericht besonders berührt.

Catalina ist die Präsidentin des Vereins ‚Mallorca Sense Fam‘ (Mallorca ohne Hunger) und startete 2009 gemeinsam mit anderen diese Initiative, die auch heute vielen Menschen das Überleben in schwieigen wirtschaftlichen Zeiten ermöglicht. Sie unterstützen Familien, deren Einkommen unter 1200 Euro im Monat liegt. Menschen, die ihre Arbeit verloren haben, die ihr Geschäft aufgeben mussten. Dass es eine wichtige Hilfe ist zeigt ihr Hinweis, auf fast 200 Familien, die auf der Warteliste für Lebensmittelrationen stehen.

Im Video seht ihr wie das Sichten der aussortieren Lebensmittel abläuft, die bei den Supermärkten abgeholt werden darf. Ich habe mich sehr gefreut, unseren Fahrer wiederzusehen, der damals mit dem kleinen Lkw an unserer Sortierstation vorfuhr und uns die Kisten herausreichte. Ich habe mich sehr gefreut, dass auch bei Mallorca Sense Fam die Hilfe über die Lebensmittel hinaus wirkt. Im Interview erzählt Catalina, dass sie sich inzwischen bei den Bewerbungen die Lebensläufe geben lassen, um sie bei kooperiertenden Organisationen und Firmen empfehlen zu können, damit sie wieder in Arbeit kommen.

Viel Spass beim Entdecken der Menschen Mallorcas!

Welches Video der Serie Die Mallorquiner des MallorcaMagazins (Playlist auf Youtube / MallorcaMagazin Seite) gefällt dir warum? Schreib’s im Kommentar.

Sonnige Grüße aus Santanyí,
Doris

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