8sammeln • August Mallorca

Dies ist mein Beitrag zur Blogparade #8sammeln. Am 8. August mache ich diese Achstamkeitsübung, für die ich acht mal über diesen Tag verteilt innehalte und meine Wahrnehmungen notiere: Im August auf Mallorca. Recht einfach, das 8sammeln-Prinzip.

Das tue ich übrigens nicht zum ersten Mal. Meine 8 Achtsamkeiten vom 8. Dezember beschrieb ich in einem mehr auf die Methode fokussierenden Beitrag im Blog DoSchuCom. In der heutigen Übung nun möchte ich mich auf die Eindrücke an sich konzentrieren.

Und dazu ist es gut, dass ich mir meine Learnings aus meiner Premiere notiert habe:

  • Planen • Damit ich es nicht vergesse, lege ich für den Tag eine Journalseite mit 8 Flächen an. Darin notiere ich was ich beim Innehalten fühle, denke, spüre.
  • Fotos im Nachhinein • Da es ablenkt, gleichzeitig ein perfektes Foto aufzunehmen, lasse ich das von vornherein sein. Ich nehme mir vor, ein paar Fotos im Nachinein aufzunehmen.

Auf geht’s.


1/8 Vom Kater bestampft.

6:42 zu Tagesbeginn. Der Kater stampft mir wohlig in die Seite. Gleich möchte er sein Frühstück und nimmt daher seine Massage von kurz nach sechs wieder auf. Vor wenig mehr als 2 Monaten zog das Kitten bei uns ein – und veränderte so viel in unserem Leben. Als bekennende ›Eule‹ bedeuteten diese frühen Uhrzeiten des Tages bisher Schlaf und geschlossene Augendeckel. Müde öffne ich meine Augen und schaue auf den Scheitel des Katers. Die dunklen, graubraunen Haare zeichnen hier ein M ins helle Grundfell. Ein M wie Mando, wie er in seinem spanischen Katzenpass eingetragen wurde, die Kurzform von ›The Mandalorian‹. Ich kraule sein Köpfchen und vertreibe den Schlaf in meinem Kopf.

2/8 Von der Sonne geküsst.

Lange vor neun Uhr ist der erste Kaffee getrunken. Das Dorf ist erwacht, Sonnenstrahlen streicheln mein Gesicht. Inzwischen liegt ein Summen in der Luft, Hupen dringt ab und zu durch die Lücken zwischen den Häusern, Geklapper ist zu hören, genauso wie das Pfeifen einiger Windböen. Auf der Terrasse genießen wir die letzten Momente der Frische, bevor die Sonne bald hinter dem dichen Blätterwerk des üppigen Gummibaums in Nachbarins Garten hervorkommt, um den Tag über unbarmherzig aufs Haus zu brennen. Der Kater springt ins Spalier und gärtnert, der Jasmin war durch die Trockenheit schon angeschlagen, die Zähne des kleinen Tigers knickten die Äste leider schneller als wir es verhindern konnten. Aus den Fotos gestalte ich zum International Cat Day / Weltkatzentag eine Collage und poste sie.

Mando am Weltkatzentag im Spalier
Mando im Spalier

3/8 Vom Wind befächelt.

Siesta in den ersten Metern Schatten unserer Terrasse. Wir lieben es, wie die Sonne in den Wintermonaten die Fläche erwärmt. Im August wie heute warten wir dagegen ungeduldig darauf, dass Sonnensegel und vor allem Haus die Wärmezufuhr blockieren. Nun endlich können wir den böigen Wind genießen, der die Blätter des Gummibaums nebenan rascheln läßt. Wenn ich die Augen schließe, denke ich an das Geräusch von Palmetto-Wedeln im Wind. Und dann fällt es mir wieder auf: In diesem Sommer fehlt ein Sound. Wo sonst unermüdlich Zikaden sangen, herrscht Ruhe. Nur ab und zu schratelt mal eines der Insekten. Hoffentlich nur eine vorübergehende Situation.

4/8 Von Zitrone erfrischt.

Der Griff ins so angenehm kalte Gefrierfach tut gut. Am liebsten würde ich an heißen Tagen ständig etwas aus der Kälte holen. Nachmittags glühen die Steine der Terrasse, und auch im Innern des ersten Stocks steigen die Temperaturen. In der Kälte wartet ein selbstgefrorenes Wassereis in Eisform zum Rausquetschen auf mich. Erste Frierung mit Wasser, Vanille und selbstgemachten Zitronensirup, den ich heute von Ruth geschenkt bekam. Mist, das Eis ist noch nicht komplett durchgefroren. Aber lecker schmeckt es! Tatsächlich sind die Eiskristalle dieses Mal viel viel kleiner und stören weniger den Genuss, nachdem ich Maisstärke unter das Sirup-Vanille-Wasser-Gemisch für die Ice-Pop-Formen gerührt habe. Deutlich angenehmerer Eisgenuss, so habe ich nicht mehr das Gefühl, meine Zunge könnte sich am Eis schneiden.

Da faucht der Kater und versucht mal wieder erfolglos, mit dem Hund der Nachbarin zu kommunzieren. Dafür gelingt mir in der Folge ein Schnappschuss, wie der Kater gerade das Haupt der Buddhafigur auf der Terrasse berührt.

Mando & Buddha Schnappschuss
Ommm, mein lieber Mando!

5/8 Vom Basilikum begeistert.

Lecker! Richtig reife Tomaten, weil quasi um die Ecke angebaut und erst im letzten Moment geerntet, hat Rainer in die Sommerspaghetti geschnitten. Mit Mozzarella, Öl, Salz, Pfeffer und jede Menge frischem Basilikum ist das unser Lieblingsessen an heißen Tagen. Der Basilikum schmeckt außergewöhnlich intensiv und lecker. Da hat der Pflanzenverkäufer auf dem Markt mich bestens beraten. Gleich drei Sorten standen nämlich zur Wahl, wobei ich ja erst dachte, eine der Pflanzen wäre Verbena, oder wie sie hier heißt: ›Hierba Luisa‹. Nebenbei bemerkt , ein wunderbares Kraut für den Sommer. Das klärte der Händler rasch auf, und gefragt nach dem intensivsten Basilikum, ließ er mich ein Blatt der vermeintlichen Verbena kosten. Und ja, perfekte Wahl, die ich mir in meinen Sommerspaghetti schmecken lasse.

6/8 Von den Sternen befunkelt.

Obwohl ich im Zentrum des Dorfes lebe, ist der Himmel hier im Südosten der Insel recht dunkel und zeigt viele Sterne über mir. Der große Wagen hängt mal wieder wagemutig schräg als unverkennbares Sternbild. Heute ist die Luft am Abend wieder sehr feucht, wenn es ein leichtes Windchen hat, ist das so erfrischend. Ohne Luftzug gaukeln mir die Sinne allerdings vor, als seien Arme und Beine fast schon triefend von Nässe. Die Feuchtigkeit lässt auch das Licht der Sterne flimmern, die sonst klar herunterstrahlen. Ich suche am Himmel nach einer Sternschnuppe. Seit ich hier lebe, konnte ich schon einige beobachten. In einem Sommer zogen sie so ›langsam‹ über den Horizont, dass ich zu meiner Schwester sagen konnte, »schau dort« – und sie erhaschte die Schnuppe noch. Eine schöne Erinnerung.

7/8 Vom Mond gegrüßt.

Der Mond ist heute abend eine schmale Sichel. Da hängt sie groß über dem Haus gegenüber, und doch fängt die Kamera die schmale Silhouette des zunehmenden Mondes nur in mega-winzig ein. Ich mag den Mond besonders, wenn er riesig als Vollmond aufgeht als SuperMoon (siehe Blogeintrag von erster bewusster Begegnung in Portocolom mit diesem Phänomen auf Mallorca ). Und genauso liebe ich die Tage, wenn sich der Mond jeweils in seinem Zyklus auf einen schmalen Schnitz reduziert am Himmel zeigt.

8/8 Vom Kater besessen.

Ruhe kommt über den kleinen Kater. Nach intensivem Spiel mit Papierball quer über die Terrasse und durch die Wohnung starrt Mando die Rauputzwand über dem Patio zur Nachbarin nach möglichen Gecko-Bewegungen an. Ich muss an Bernd das Brot von ki.ka denken, der am liebsten die Strukturen seiner Raufasertapete studierte. Jetzt kommt der Kleine maunzend angelaufen und kuschelt sich auf meinen Schoß. Dieses Tier hat eine Uhr verschluckt! Gegen 23 Uhr verlangt er nach einer ruhigen Umgebung, und am liebsten geht’s mit seiner Family ins Schlafzimmer. Noch sitzen wir zusammen draußen in der erfrischenden Abendluft mit Blick auf die imposante Dorfkirche Sant Andreu. Mandos Schwanz kitzelt mein Bein, so ganz ruhig ist er also noch nicht. Bald nimmt er einen tiefen Atemzug, wie das auch die Katze meiner Mama früher tat, bevor sie neben mir tief und fest schlummerte.

Gute N8!


Vielen Dank für die Gelegenheit zu den 8 Achtsamkeiten im August auf Mallorca an Susanne Wagner Mehr vom Leben haben: Anleitung zum #8sammeln [Monatliche Mini-Blogparade]

PS: Kater Mando hat als angehender Chief Flausch Officer in unserem Coworking Space auch ein ›eigenes‹ Instagram-Profil – gerne folgen auf @cfo.mando.
Purr-fecto!

CFO Mando @ Instagram

Fotos: DoSchu • Titelbild mit Fotos von DoSchu & canva.com

Eine Antwort auf „8sammeln • August Mallorca

  1. Liebe Doris

    Vielen Dank fürs Mitmachen bei der Jubiläumsausgabe von #8Sammeln!

    Sehr schön, dein Tipp, im Journal ein Achterfach vorzubereiten, um die Eindrücke im Laufe des Tages einzutragen.

    Eine M-Katze hatte ich auch einmal (Marimba).

    Wo sich die 8 überall verstecken kann, hat mich überrascht – bei «Gute N8». Da ist mir das B8obel eingefallen, so über die Wortgrenze ist Acht(samkeit) ziemlich brutal. Also wie immer: Nicht übertreiben.

    Schönen M-Sommer wünscht dir

    Susanne

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