2go2 Mallorca

Blog zur Insel im Mittelmeer


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Fiestas Sant Antoni – oder Angrillen auf Mallorquin

In den Wintermonaten gibt es viel Gelegenheit für Geselligkeit im Freien. Nach den verschiedensten Festlichkeiten der Advents- und Neujahrszeit geht es im Januar munter weiter. Da treffen wir unsere neuen Nachbarn, und man lässt es sich gut gehen. Diesmal richtig gut mit Grillgut von den Sant Antoni Feuern auf Plätzen und Strassen!

Grillfeuer Sant Antoni

Santanyi Plaça Major – Sant Antoni Feuerstellen

Sicherlich hat der eine oder die andere auf Mallorca bereits den Grill 2015 in Betrieb genommen. Oder ihn nie in die Winterpause geschickt. Öffentliches Brutzeln von verschiedensten Köstlichkeiten findet rund um den Tag des Sant Antoni am 17. Januar statt. Zum Ehrentag des Schutzheiligen der Haustiere und Nutztiere werden in vielen Orten wie hier in Santanyí in Umzügen um die Kirche Tiere gesegnet – so genannte Beneïdes. Weiterlesen


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Unser erstes Weihnachten auf Mallorca

bones festes Santanyi

Bones Festes!

Von wegen, am 27. Dezember ist es vorbei mit der Weihnachtlichkeit des Jahres. Hier im Süden ist erst der Tag der Heiligen drei Könige im Januar das eigentliche Weihnachten. So lange lassen viele Familien in Deutschland im übrigen auch ihren Weihnachtsbaum stehen. Am 5. Januar werden auf Mallorca besagte Könige in feierlichen Umzügen willkommen geheissen. Die Geschenke für die Kinder werden dann am 6. Januar ausgepackt (Día de Reyes). Also erst jetzt meine Eindrücke besonders im Wechselspiel alter und neuer Heimat.

Die Adventszeit im Vergleich erlebte ich im Dezember: Für einen Social Media Workshop reiste ich nach Göttingen, um anschliessend drei Tage Blockseminar an der Münchner Privathochschule Campus M21 zu geben. Zuvor kam uns hier auf Mallorca bei blauem Himmel, Sonnenschein und Temperaturen über Null kaum Weihnachtliches in den Sinn. Meine Sinne wurden sogleich rot-weiss, glitzernd und golden geflutet als ich in Deutschland ankam. Weiterlesen


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Zitronen im Sonnenparadies – 7 Tipps gegen Ruß

Lemon / Zitrone (Foto: DoSchu)

Zitronnenbaum mit leuchtender Zitrone

„If life gives you lemons…“ – mach Limonade draus oder eine Handwaschpaste. Letzteres war unser Credo der letzten beiden Oktoberwochen. Ein Haus wollte geschrubbt werden. Darum war es auch so still hier im Blog.

In unserem kleinen Garten stehen zwei Zitronenbäume. Im großen lacht mich jeden Morgen eine gelbe Zitrone an, die jedoch nur auf einer Seite bereits fertig gereift ausschaut. Sie hat mich inspiriert beim Durchhalten, bei der mentalen Verarbeitung des Schocks, den wir abends am Einzugstag erhielten. Haltet euch fest, jetzt wird’s dunkel.

Alles so schwarz hier…

Kisten auspacken macht hungrig. Also gingen wir am frühen Abend unseres ersten Tages im neuen Zuhause in Santanyí zum Einkaufen. Als wir zurück zum Haus kamen, quoll uns schwarzer Rauch entgegen, so dass wir die Tür sofort wieder verschlossen. Und unseren Vermieter alarmieren, der wiederum die lokale Feuerwehr zu uns sandte. Ohne Atemschutz war jedoch nichts zu machen. Also mussten wir noch warten bis die Feuerwehr aus Felanitx anrückte.

Rußentfernung Wand

Von Schwarzgrau zu Weissgrau

Diese ging dann sehr umsichtig vor und löschte den lokalen Brand in der Küche. Einen Wasserschaden gab der Brand also nicht. Die Klingel hatte einen Defekt und sollte sobald Ersatz da ist ersetzt werden. Leider hat sich der Klingelschalter just beim Herausgehen verklemmt und so ein Durchbrennen der Klingel in der Küche verursacht.

Alles keine Sache, wenn sie einfach nur auf die Fliesen gefallen wäre. Aber weil wir ja gerade auspackten stand eine Umzugskiste mit unserem Besteck direkt darunter, deren Einwickelmaterial der durchgebrannten Klingel Nahrung gab. Daneben als weitere Feuernahrung leider eine Kiste mit Einwickelpapier, eine Kiste mit Schaumfolie vom Einwickeln, ein Bohrmaschine und eine Kiste mit Verlängerungskabeln und Steckdosen.

Das schöne, frisch renovierte Haus, nahezu jeder Raum, jedes Holz, der schöne Parador in der Küche, ach jeder Winkel: schwarz oder dunkelgrau von Ruß. Ein Albtraum, aus dem wir dann fast zwei Wochen lang nicht erwachten, sondern – täglich grüßt das Rußtier – mit Schrubben verbrachten.

Jede Menge Glück im Unglück

Okt 2014 Cala Santanyí / Foto: DoSchu

Cala Santanyí / Mallorca Oktober 2014

Ein Unglück, bei dem wir dann doch noch viel Glück hatten: Wir schliefen nicht über der Rauchentwicklung sondern waren einkaufen. Alle Fenster waren geschlossen, so dass der Brand nur durch die Belüftung der Küche Sauerstoff erhielt. Die 50 cm entfernte Holzküche fing kein Feuer.

Aufgrund des Markttages am Mittwoch lieferte uns die Spedition nur einen kleinen Teil unseres Umzugsgutes. Und freundlicherweise lagerte sie unsere Siebensachen weitere Tage ein bis das Haus wieder weiß war.

Unsere Vermieter haben ein Hostal in Cala Santanyí, wo wir bis zum neuerlichen Einzug am 27. Oktober schlafen und frühstücken konnten. Jeden Tag mehr half uns der wunderschöne Blick bei schönstem Sonnenwetter auf die Bucht und den Strand als Ausgleich zum Tageswerk.

Auch ein Glück: Wir verstehen uns super mit unseren Vermietern und waren ein klasse Team. Da einige Putzspezialisten leider abwinkten, als sie hörten es handele sich um ein verrußtes Haus, war Do-it-Yourself angesgt. Als endlich Spezialisten gefunden waren, stellten wir fest, dass wir inzwischen mehr Erfahrung hatten als diese mitbrachten…

7 Tipps zur Rußentsorgung

Daher hier Empfehlungen zu Maßnahmen und Putzmitteln gegen Ruß je nach Oberfläche – von uns in leidvoller Praxisarbeit getestet und für wirksam befunden. Wichtig: Handschuhe tragen! Ebenfalls angeraten: Mund/Nasenschutz.

  1. Losen Ruß immer erst trocken entfernen: Sobald Ruß an der Wand feucht wird gräbt er sich in die Oberfläche ein und ist nur noch enorm mühsam wegzubekommen. Also Decken und Wände erst mal abkehren und Ruß mit Staubsauger aufnehmen oder absaugen (weniger wirksam als Kehren). Achtung: Kärchern hat sich als sehr kontraproduktiv erwiesen.

    Fliesenfugen reinigen

    Scotch Brite für Fliesenfugen – viel Handarbeit

  2. Wand / Decke waschen (Putz, keine Tapete): Scotch Brite mit Wasser, zügig aufnehmen mit Microfasertuch, das in Wasser mit Lejía getränkt wurde; nach 3-4 Stellen beides auswaschen und auswringen. Bei starker Verrußung am nächsten Tag wiederholen.
  3. Stein / Santanyí Stein waschen: Scheuerbürste + Wasser mit Lejía, ablaufendes Wasser auffangen.
  4. Fliesenfugen reinigen: Zur Erstreinigung den Fliesenboden mit Wasser plus Lejía putzen, damit geht schon mal ein guter Teil weg. Dann Wasser mit Lejía auf die Fliesenfugen von ca. 8 Fliesen geben, kurz einwirken lassen, mit Scotch Brite die Fugen scheuern, dann mit Microfasertuch + Wasser mit Lejía aufnehmen; anschliessend Raum nochmals putzen. Interessantes Phänomen: Die Fliesen reagieren anders als die Wand, hier ist der Ruß auch nach erstmaliger Befeuchtung immer wieder weiter lösbar.
  5. Plastik / Fensterrahmen reinigen: Spüli-Lösung, sonst Kaminofenglas-Gartenplastikstuhl-Reiniger (z.B. Asevi Cristales De Estufas), an hartnäckigen Stellen PVC Reiniger von Würth nutzen.
  6. Kühlschrankoberfläche: Erstreinigung Kaminofenglasreiniger, finale Reinigung mit Würth PVC Reiniger.
  7. Zitronensaft + Zucker für die Hände: Mit dem Saft einer Zitrone aus dem Garten und Zucker auf der Hand eine Paste anrühren und damit die verschmutzten Hände säubern. Riecht auch lecker.

Zitrone, Orange, Mandarine & Rosmarin duften so gut

Mandarinenblüte Mallorca

Duftet wunderbar: Mandarinenblüte, Mallorca Oktober 2014

Das Haus ist wieder weiß (zum Teil musste dreifach gestrichen werden), und wir sind inzwischen „richtig“ eingezogen. Die Gerüche von Reinigungsmitteln oder neuer Farbe sind dank der guten Wetterlage Ende Oktober verflogen.

Letzte Rußspuren an Kleinteilen werden Stück für Stück beseitigt. Glücklicherweise waren erst ganz wenige Bücher hier, die sich nicht gut vom Ruß befreien lassen.

Die Zitrone im Baum ist noch nicht reif, ihre grünen Kolleginnen am Baum noch immer grün. Ich habe Zeit.

Und ich bin sehr dankbar, dass der Rosmarinbusch, das Orangen- und das Mandarinenbäumchen im Garten zur Putzzeit so schön blühten: Die Blüten gaben unseren Nasen mit angenehmen Düften kleine Erholungspausen.


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Kulturtipp: Cabrera Informationszentrum

Kultur – Geschichte – Architektur – Aquarium

openstreetmap mallorca cabreraAuf einer Tour im Sommer per Motorrad im Südosten Mallorcas haben wir es nach dem Besuch des Cap Salines zufällig entdeckt: Das Informationszentrum Naturpark Cabrera (Centro de Visitantes Parque Nacional de Cabrera). Im Untergeschoss fanden wir erfrischende Kühle – und ansonsten jede Menge interessante kulturelle Einblicke.

Dies ist ein Beitrag zur Blogparade „Mein Kulturtipp für Euch“. Bis zum 26. Oktober 2014 können noch weitere Kulturtipps als Blogbeitrag eingereicht werden (Hashtag #KultTipp).

Archipel Cabrera / Mallorca

Von der Ortschaft Colònia Sant Jordi kann das vorgelagerten Archipel, der Naturpark Cabrera, per Schiff besucht werden. 30 Minuten dauert die Überfahrt zur Inselgruppe bestehend aus der Insel Cabrera, sechs kleineren und einem Dutzend winziger Inseln. Das gesamte Gebiet des Archipels ist 1991 zum marinen und terrestrischen Nationalpark mit begrenzter Besuchserlaubnis erklärt worden.

Seit 2007 zählt Cabrera zur vorrangigen Sonderschutzzone des Mittelmeers (Zona especialment protegida d’importància per a la Mediterrània, ZEPIM). Falls mit eigenem Boot der Parc Nacional Marítimoterrestre de l’Arxipèlag de Carbrera angesteuert werden soll: unbedingt zuvor eine Genehmigung beantragen unter www.caib.es.

Alternativ kann das Centro de Visitantes in Colònia Sant Jordi besucht werden: Das untere Stockwerk ist der Natur nachempfunden und zeigt in vielen Aquarien Pflanzen und Tiere des Mittelmeers um das Archipel. Wir laufen durch eine interessant gestaltete Unterwasserwelt, die auch Amphorenfelder nachbildet, wie sie auf dem Meeresboden um Cabrera gefunden wurden.

Kulturgeschichte per Mural

Mit einem Aufzug tauchen wir wieder auf und haben vom obersten Stock einen Blick auf Cabrera, die sich am Horizont leicht vom Meer abzeichnet. Der Grundriss des Gebäudes ist kreisförmig, seine sich nach oben verjüngende, konische Form lehnt sich an die Turmbauten der urgeschichtlichen Talaiot Kultur auf den Balearen an. Zwischen Aussenmauer und Kern des Zentrums verläuft ein Fussweg in einer Spirale nach unten. Immer im Blick: das riesige Wandgemälde La Espiral del Tiempo – die Zeitspirale.

Beim Herunterlaufen machen wir immer wieder Halt und betrachten die Details des Murals. Fünf Jahre arbeitete der Künstler Miguel Mansanet an seiner verwobenen Darstellung von Mythologie sowie Szenen der Menschheits- und Zivilisations-Geschichte im Mittelmeerraum im Kartenstil des 14. Jahrhunderts.

Auf 500qm Wandgemälde gilt es dann auch bekannte Persönlichkeiten der mediterranen Geschichte zu entdecken, wie Christoph Columbus, Leonardo Da Vinci, Marco Polo, Napoleon oder Picasso. Darüber hinaus hat Miguel Mansanet in 33 Reliefs die im Mittelmeer gebauten Bootsformen der verschiedenen Epochen dokumentiert.

Auf der Website des Künstlers wird das Projekt „La Espiral del Tiempo“ sehr anschaulich dokumentiert und erläutert.

Centro de Visitantes Parque Nacional de Cabrera

Cabrera / Mallorca - openstreetmap.org
Adresse
c/ Gabriel Roca, Colònia de Sant Jordi

Öffnungszeiten
10 bis 14 Uhr (letzter Einlass 13 Uhr)
15 bis 18 Uhr (letzter Einlass 17 Uhr)

Eintritt
8 Euro Erwachsene / Kinder ab 13 Jahren
4 Euro Kinder 3-12 Jahre / Lehrer / Studierende
50% Ermässigung für Residents

Website
http://cvcabrera.es/en

Illustration mit Kartenmaterial von openstreetmap.org, Fotos: creative commons licence BY-NC-ND Schuppe / http://www.2go2-mallorca.eu


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Hey, wie geht es Dir?

Antworten auf eine beliebte Frage kurz vorm Umzug

„Wie geht es Dir denn jetzt wo der Umzug in greifbare Nähe rückt?“ Gute Frage.Adeo - Hola

Kurze Antwort: Ich freu mich drauf! Auf Santanyí, der kleine Ort, in dem ich ab Mitte Oktober leben werde. Auf die Menschen dort, die Umgebung und die mallorquinische Version des „savoir vivre“. Auf den geplanten Coworking Space samt Community, die ihn mit Leben füllen wird.

Die etwas längere Antwort als Blogpost:

Erwähnte ich, dass ich Veränderung gut finde? Nicht erst in der Schul-Oberstufe hoffte ich auf Veränderung: Das vorgezeichnete Dasein als Hausfrau und Mutter passte nicht zu meinem Fokus auf Mathematik/Naturwissenschaften mit Perspektive Studium. Vielen Frauen in den 1970ern sei Dank, was heute anders denkbar und umsetzbar ist.

Flexibilität als Lebenselixir

Arrrsome Tshirt rp14Für mich wurde zur Maxime, recht flexibel zu sein, die Augen offen zu halten und Chancen zur Veränderung zu ergreifen. Es ist ein Zufall gewesen, dass ich 1996 auf der „5 Jahre Linux“-Party in München jemanden aufgrund seines T-Shirts ansprach. (Daher rührt vielleicht mein Faible für Foto-Serien wie T-Shirts der re:publica :)

Wie sich im Gespräch herausstellte suchte diese Person genau mich: Jemand mit Passion fürs Internet. Für die Pressestelle von CompuServe, um in Workshops deutschsprachige Journalisten für die Online-Welt zu begeistern.

Wen traf ich beim Online-Pionier unter vielen anderen? Rainer, meinen Lebensgefährten, Tour-Partner und Freund. Jemand mit ähnlichen Gedanken, der wie ich Flexibilität und Neugier vor Besitz stellt. Wir haben uns kein Haus und auch keine Wohnung gekauft. Dafür Motorräder, mit denen wir verreisen.

Über das Motorradfahren sind wir nach vielen gefahrenen Kilometern zum Endurotraining bei Mallorquin Bikes nach Mallorca gekommen. Zufällig entdeckte ich das Angebot bei meiner Online-Suche und wurde von Coworkerin Sina aus Radfahr-Perspektive bestätigt: tolle Insel. Letztes Jahr wiederum zufällig formte sich nach den Gesprächen mit anderen Motorradfahrern in den Tourpausen die Idee, einen Platz zum gemeinschaftlichen Arbeiten in der Cloud auf Mallorca aufzubauen. Zufall ja, aber es gehört auch dazu, das Neue tatkräftig weiter zu denken.Shared Passion.

Da wir flexibel sind, können wir den Schritt gehen. Und lassen das eine oder andere hinter uns; meine Erfahrung sagt mir, das Wichtige wird bleiben. Wichtige Personen zum Beispiel, mit denen es auch nach Monaten „Funkstille“ wieder so ist, als hätten wir uns nur eine Woche nicht gesprochen. Und ich werde nicht „versteckt“ in einer Firma arbeiten sondern in einem Coworking & Meeting Space: Da freue ich mich besonders über bekannte Gesichter, die als Arbeitsreisende ihr flexibles Arbeiten mit Sonnenschein und Meeresrauschen verbinden.

Kölsche Wurzeln

Da fällt mir ein: Sicherlich prägte mich meine Grundausbildung als „kölsch Mädche“ – dem einen oder anderen ist ja das rheinische oder auch Kölsche Grundgesetz bekannt. Darin finden sich zum Beispiel folgende Redensarten, die eine gute Erklärung für meine Zuversicht abgeben:
Kölsch Mädche

  • Nix bliev wie et wor
    Steter Wandel und Veränderung sind normal und gehören zum Leben dazu, Stillstand bildet eher die Ausnahme; Hauptsache ich bleibe mir selber treu und die Veränderung passt zu mir.
  • Et kütt wie et kütt
    Egal wie genau ich plane, es wird immer etwas geschehen – positiv wie negativ – das ich vorher nicht auf der Uhr habe; und daher ist flexibel bleiben meine Richtschnur.
  • Et hätt noch immer joot jejange
    Der Blick zurück zeigt: viele Entscheidungen und besonders die mit Ortswechsel verbunden waren, haben sich ausgezahlt; ich vertrau auf meinen Instinkt!
  • Wat soll dä Quatsch?
    Veränderungen und Neuerungen sind jedoch stets zu hinterfragen; entsprechend habe ich mir in den letzten Monaten sehr häufig die Frage gestellt, welchen Nutzen das neue Projekt genau bieten wird.

Adéu Múnich & Hola Santanyí

Wie eingangs gesagt: Mit großer Freude mache ich den Schritt. In jedem Adiós (Adéu auf Mallorca) steckt auch ein ¡Hola! Besonders gespannt bin ich darauf, wie sich meine Passionen kombinieren lassen: Networking (im doppelten Sinne), Motorradfahren und Coworking.

Wünscht uns Glück – bei jedem Schritt, ob privat oder beruflich, ist das kleine Quentchen Glück eine wohltuende Zutat. Hasta luego – bis bald!


Ein Kommentar

Wie praktisch ist das denn: Gestoria

Schon mal dran gedacht, jemand anderes loszuschicken, wenn ein Ämtergang ansteht? Wer hört auch öfters den Amtsschimmel wiehern, wenn die gestelzte Sprache eines Behördenformulars dreimal zu lesen ist? In Spanien gibt es in diesen Fällen professionelle Unterstützung: die so genannten Gestorias.

Wenn ich schon in meiner eigenen Sprache manches Formular nicht auf Anhieb verstehe, machte ich mir Sorgen, wie das wohl in Spanien sein wird. In meinen Kursen habe ich Alltags-Spanisch gelernt, nicht „Behördisch“. Und bei einer Firmengründung im Ausland will ich möglichst wenig Fehler machen.

Foto: Africa Studio / fotolia.com

Formularausfüllen ist wie Kreuzworträtseln (Foto: Africa Studio / fotolia.com)

Vermittler zwischen Bürgern und Behörden

Also freuten wir uns sehr, als wir im Buch Auf Mallorca leben und arbeiten von den Dienstleistungen der Gestorias lasen.

Da dem Staat durchaus bewusst ist, dass der Bürger mit ihm nicht mehr ohne sachkundige Vermittlung zurechtkommt, hat er schon vor längerer Zeit eine Ausbildungsverordnung erlassen, welche die Anforderungen an einen Gestor und dessen Werdegang festlegt.
Gestorias auf Mallorca / Reisebuch.de

Gut: Der Service kostet Geld. Spart jedoch Zeit und gibt uns mehr Sicherheit bei der Firmenanmeldung kein Häkchen in einem Antragsformular falsch zu setzen.

Einige Bekannte in Deutschland meinten gleich, das wäre wirklich eine praktische Dienstleistung, die sie auch gerne in Deutschland nutzen würden. Moment… eigentlich sind wir als Bürger der Staat und die ausführenden Organe wie Behörden unsere Angestellten. Und daher sollten unsere Angestellten verständlich mit uns kommunizieren. Oder?

Im direkten sowohl Social Media-Bekanntenkreis hörte ich mich um, ob mir eine Gestoria empfohlen werden kann. Zunächst kam da lange Zeit kein Echo zu mir zurück. Also studierte ich die Websites der Gestoren auf Mallorca hinsichtlich Spezialgebieten, Sprachen der Mitarbeiter etc. Ein Online-Auftritt sah etwas frischer aus als die anderen und weckte mein Interesse. Jedoch wollte ich mich bei so einer wichtigen Entscheidung nicht von einer etwas Branchen-unüblichen Website leiten lassen.

Schließlich erhielt ich eine persönliche Kontaktvermittlung auf Mallorca, welcher mir ausgerechnet die Gestoria empfahl, die mir per Website bereits zusagte. Montag lernten wir uns persönlich kennen, und wir beantragten unseren Firmennamen für die zu gründende S.L. in Spanien. Mittwochabend kam per E-Mail die Nachricht, dass aus den eingereichten Bezeichnungen bereits ein Name gewählt wurde. Flott!

Foto: Africa Studio / fotolia.com