2go2 Mallorca

Blog zur Insel im Mittelmeer

Einatmen. Ausatmen.

Ein Kommentar

Entspann Dich • 5 Tipps zu mehr Achtsamkeit statt Stress

In meiner Lieblings-Bäckerei ist eine mini Schlange, als ich eintrete. Also wirklich mini: Eine Person wird gerade vertröstet, weil die bestellte grosse Ensaïmada noch nicht geliefert wurde. Und eine weitere Dame ist dann vor mir dran. Zu ihr gehört noch eine Person, die vor der Bäckerei bereits an einem der kleinen Tischchen Platz genommen hat. Nun beginnt die Bäckersfrau ein Telefonat, um nach der fehlenden Ware zu forschen.

Die Dame vor mir wird nervös. Gereizt fragt sie in englischer Sprache, ob sie denn jetzt nicht bedient würde. Ein überraschter Blick der Bäckersfrau und ein verwundertes „I am on the phone?!“ machen klar, Priorität hat die bereits den Laden verlassene Kundin, deren Gebäck herbeigezaubert werden muss.

Zitat Astrid Lindgren Zeit zum SchauenDie Urlauberin spielt nervös mit dem Geld in ihrer Hand. Da muss sie nun durch, bis das Telefonat auf Mallorquí beendet und eine zufriedenstellende Lösung gefunden ist. Die Bäckerin erklärt mir auf Spanisch, dass sie doch jetzt klar um die fehlende Ensaïmada kümmern musste.

Als die Kundin bedient und zum Tisch gegangen ist, sagt die Bäckerin zu mir, sie verstehe gar nicht, warum im Sommer die Gäste immer so viel Stress haben. „Sie erwarten alles müsse sofort und ganz schnell passieren. Wieso machen uns die Gäste nur so viel Zeitdruck, sie sind doch im Urlaub!?“

Ja, das scheint so oft vergessen, was Ferien sein können. Ich erzähle der Bäckerin, dass ich so gerne die Gelegenheit ergriffen habe, hier in Santanyí zu leben. Der Stress-Level in Deutschland nahm immer weiter zu. Und wie gerade erlebt, können inzwischen viele selbst in ihren Urlaubstagen nur noch das eingeübte Tempo weiterführen statt mal ein paar Gänge herunterzuschalten.

Im Urlaub oder auf der Flucht?

Klar ist es ein weiterer Stress-Faktor mit dem Abhaken der Listen (neudeutsch Bucket List), was es alles an Kultur- oder Aussichts-Hotspots zu besichtigen gilt. Und auch durch Instagram-Fotos fühlen sich einige angespornt mit Top-Fotos aus gefährlichstem Blickwinkel zu glänzen. Das stresst dann noch zusätzlich.

Blöd nur, dass dieser persönliche Stress so gedankenlos an die Einheimischen weitergegeben wird. Warum waren sie noch mal auf die Insel gefahren? Ach ja, weil es hier so entspannt zugeht. Merkste, oder?

Jedenfalls denke ich oft, dass Reisende tatsächlich auf der Flucht sind. Erinnerst Du Dich an meinen Beitrag „Der perfekte Ort“? Meine Schlussfolgerung darin:

Der perfekte Ort ist…
…in mir: Zufriedenheit und das Empfinden von Glück liegt in uns, unsere innere Haltung prägt unsere Wahrnehmung.

Und daher gibt es jetzt 5 Übungen zum Runterkommen von mir. Kennengelernt bei den verschiedensten Gelegenheiten, sei es in der Mediation, beim Yoga oder Aktivitäten zu mehr Aufmerksamkeit ohne Ablenkung.

5 mal Achtsamkeit üben

Oder Mindfulness, wie es im Englischen genannt wird. Letztlich geht es darum, offen und aufmerksam in sich hinein zu hören. Das klingt eher paradox, jedoch öffnet sich hier der Fokus Deiner Aufmerksamkeit weit, anders als in der Konzentration auf eine bestimmte Tätigkeit.

  1. Einatmen. Ausatmen.
  2. Herzatmen.
  3. Lauschen.
  4. Entdecke Schönes.
  5. Mit allen 5 Sinnen.

Einatmen. Ausatmen. Achtsamkeit

#1 Einatmen. Ausatmen.

Allein durch tiefe Atemzüge beruhigen wir unseren Körper. Schliess die Augen und lass den Atem bei der Ausatmung länger strömen als beim Einatmen. Mach eine kleine Pause bevor Du wieder einatmest. Das Verlängern der Zeit für das Ausatmen kannst Du durch Zählen während der Atemzüge gut beobachten. Das Atemzählen hat noch einen weiteren guten Effekt: Du fokussierst Dich auf Deinen Atem.

Diese Übung ist am Meer besonders schön. Hier kannst Du aus der salzigen Luft mit jedem Atemzug etwas anderes wahrnehmen.

#2 Herzatmen.

Dein Atem fliesst ruhig und in langen Atemzügen, Deine Augen sind geschlossen. Lege Deine linke Hand so als wolltest Du Dein Herz halten auf den Brustkorb und lege Deine rechte Hand sanft darüber. Spüre Deinen Herzschlag. Spüre den leichten Druck, den Deine Hände ausüben. Nun stell Dir vor, frische Luft in Dein Herz zu atmen. Bei der Ausatmung stellst Du Dir vor, wie Überflüssiges und Negatives sanft mit dem Atem aus dem Herzen herausgeblasen wird.

Fühlt sich Dein Herz jetzt leichter an? Kommen Dir positive Gefühle wie Liebe, Dankbarkeit, wohlige Wärme in den Sinn? Bleib dabei und geniesse diesen Zustand.

Zitat Rainer Maria Rilke Müssiggang#3 Lauschen.

In der Natur und selbst in unserem kleinen Städtchen Santanyí warten viele ungewohnte Geräusche darauf, von Dir entdeckt zu werden. Jetzt wo Dein Atem ruhig und gleichmässig fliesst, schliesse wieder die Augen und lausche ohne Bewertung, was um Dich herum Töne abgibt.

Am Meer ist das Belauschen der Wellen bei ruhigem Seegang besonders beruhigend. Die Möwen rufen zwischendrin, und ja ein Plätzchen abseits der Sonnenanbetenden ist sicher besonders erholsam.

#4 Entdecke Schönes.

Öffne die Augen, schau um Dich herum mit langen Blicken. Welche schöne Farbe kannst Du entdecken? Gibt es ein besonders ansprechendes Objekt? Haben Menschen um Dich herum schöne Haare oder ein wunderbares Kleid an?

Fokussier Dich auf die Wahrnehmung positiver Dinge. Die negativen sehen wir (leider) oft von allein. Wenn Dir etwas unangenehm auffällt, ist ja nicht gleich alles schlecht. Halte Ausschau nach positiven Eindrücken besonders in solchen Momenten.

#5 Nutze alle 5 Sinne.

Na, welcher Sinn fällt Dir nicht ein? Fühlen, Hören, Riechen, Schmecken & Sehen – das sind die sinnlichen Fünf.

Jetzt wo wir das geklärt haben, geniesse zum Beispiel Dein Essen ganz bewusst mit allen Sinnen. Warum eine Mahlzeit? Zu oft essen wir nebenher und konzentrieren uns auf Smartphone, Tablet oder Fernseher. Eine gute Übung, sich einem der Grundbedürfnisse des Menschen wieder bewusster zuzuwenden.

Nimm mit den Augen auf, was Du gleich essen wirst. Umfahre das Essen, den Teller mit Deinen Augen. Erkenne Strukturen in Deiner Nahrung. Nimm Gerüche, die zum Beispiel aus einer warmen Mahlzeit aufsteigen, ganz bewusst wahr. Wie hört es sich an, wenn der Salat vor Frische knackt? Beim Essen geniesse das Kauen, um mit der Zunge so viel wie möglich an Details wahrzunehmen – sowohl tastend als auch schmeckend.

¡Bon proveche!

Für die Warteschlange

Um auf meine eingangs beschriebene Warteschlange zurück zu kommen: Lass die Giftschlange weiterziehen, die sich über die Langsamkeit beklagt. Nutze die Gelegenheit für 5 tiefe Atemzüge. Und schau Dich um, was kannst Du an schönen Dingen, die Dir sonst entgehen, entdecken?


Links zur Vertiefung

 


Sonnige Grüsse, DoSchu

Autor: DoSchu

expat living in Mallorca • digital pioneer • new work explorer • digital communication trainer • moderator • networker • founder & coworking host Rayaworx Coworking Mallorca • running on good coffee ☕️

Ein Kommentar zu “Einatmen. Ausatmen.

  1. Toller Artikel liebe Doris.
    Dankeschön.

    Gefällt 1 Person

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